MRT-Truck sorgt für schnelle Schicht im Schacht

Collage Schachtsanierung mit dem MRT-Truck

Bottrop, 10. Oktober 2017. Die Sanierung von Einstiegsschächten stellt die Betreiber von Abwasser- und Kanalisationsnetzen mehr denn je vor technische, ökonomische und organisatorische Herausforderungen. Schließlich müssen allein in Deutschland mehrere Millionen Schächte instand gesetzt und gehalten werden. Das gelingt umso besser, wenn das entsprechende Fach-Know-how und hochwertige Produktsysteme mit moderner Technik kombiniert werden. Genau hier kommt der MRT-Truck der MC-Bauchemie ins Spiel. Mit dem autarken Komplettsystem lassen sich Abwasserschächte nicht nur wesentlich einfacher und schneller, sondern auch sicherer und kostengünstiger instand setzen, wie zwei Projekte aus dem Breisgau und Rheinland-Pfalz exemplarisch zeigen. 

Abwasserschachtbauwerke haben eine wichtige Funktion innerhalb der unterirdischen Abwasserinfrastruktur. Da sie häufig starken biochemischen und mechanischen Belastungen ausgesetzt sind, müssen sie mit Spezialbeschichtungen geschützt werden. Diese sind von Zeit zu Zeit zu erneuern, um einen langfristigen Erhalt zu sichern. Im Gegensatz zu einer konventionellen manuellen Instandsetzung spart die automatisierte Schachtsanierung (Manhole Rehabilitation Technology, abgekürzt MRT) der MC-Bauchemie sehr viel Zeit und erreicht darüber hinaus auch bessere Ergebnisse. Zusammen mit ihrem Tochterunternehmen HDT GmbH hat MC ein MRT-System quasi auf Räder gesetzt und es dabei gleich für den mobilen Einsatz optimiert. Das Ergebnis ist der MRT-Truck, ein höchst flexibles und autarkes Einsatzfahrzeug, bei dem alle erforderlichen Gerätschaften und Komponenten zur automatisierten Schachtsanierung von der Untergrundvorbereitung bis zur Beschichtung in einem Truck fest verbaut sind. Der 12-Tonner, dessen Bedienung durch einen erfahrenen MRT-Operator unterstützt wird, verfügt über eine autarke Strom-, Wasser- und Druckluftversorgung, einen Mörtelmischer, eine Mörtelpumpe sowie ein komplettes MRT-Equipment. Der gesamte Instandsetzungsprozess wird dabei von einer Control Unit automatisiert gesteuert. Mit dieser Ausstattung lassen sich Abwasserschächte im Vergleich zur manuellen Schachtsanierung mit einer deutlich höheren Arbeitssicherheit einfacher, schneller und kostengünstiger instand setzen. Ein weiterer Vorteil der mobilen MRT-Anlage, die durch Netzbetreiber und verarbeitende Fachunternehmen angemietet werden kann, liegt neben der Mobilität auch in ihrer Flexibilität. Der MRT-Truck ist sowohl bei runden als auch bei eckigen Schachtbauwerken - ganz gleich ob aus Beton oder aus Mauerwerk bis zu einer Tiefe von 10 m einsetzbar.

40 Schächte in vier Tagen
Wie überlegen der Einsatz des Trucks gegenüber einer manuellen Sanierung der Schachtinnenwände sein kann, zeigte im Frühjahr 2017 ein Auftrag in Rheinland-Pfalz. Dabei wurden in einem Projekt der Verarbeitungsfirma BauOlymp in vier Tagen 40 Schächte eines Regenwasserkanals mit Schachttiefen zwischen einem Meter und sechs Metern wie am Fließband neu beschichtet. Dieses rekordverdächtige Tempo bei der Ausführung konnte nicht zuletzt deswegen erzielt werden, weil die Schachtinnenwände bereits im Vorfeld für die anstehende Neubeschichtung präpariert worden waren. Die Beschichtung erfolgte mit der am MRT-Truck montierten Spinning Unit, die eigens zur Verarbeitung der Spezialbeschichtung ombran MHP-SP der MC-Bauchemie entwickelt wurde. Die patentierte DySC®-Technologie von ombran MHP-SP bewirkt, dass sich die Mörtelmatrix über den normalen Hydratationsvorgang hinaus kontinuierlich verdichtet und verfestigt. Das sorgt für eine starke Schutzwirkung gegenüber chemischen Einflüssen, für einen hohen Abrasionswiderstand sowie eine dauerhafte Sulfat- und Karbonatisierungsbeständigkeit.

Schnell und sicher trotz schwieriger Bedingungen
Bei einem anderen Projekt im Breisgau setzte die Orth & Schöpflin Freiburg GmbH den MRT-Truck ein. Hier erfolgte in einem Gesamtzeitraum von fünf Wochen die Komplettsanierung von gut vierzig Schächten trotz schwieriger Wetterbedingungen, die zwischen großer Hitze über 30 Grad und tagelangem Dauerregen wechselten. Zudem lagen die Einsatzorte zum Teil in schwer zugänglichem, ländlichem Gelände. In einer ersten Phase fand im Juni 2017 eine fachmännische Untergrundvorbereitung der Schächte statt. Da die Innenwände der Schächte mit einer hochfesten, aber stark sulfathaltigen Oberflächenschicht verkrustet waren, die sich als extrem schwer ablösbar erwies, wurde statt der standardmäßig einzusetzenden MRT Blasting Unit, die Hochdruckwasserstrahlen mit 500 bar unter Granulatzugabe ermöglicht, auf eine noch effektivere Strahleinheit gesetzt. Mit der MRT Blaster HP Unit können ein Wasserdruck von bis zu 2.500 bar erzielt und schadhafte Altbeschichtungen oder mindertragfähigen Oberflächen abtragen werden. So erhielt man die erforderliche Oberflächentragfähigkeit für die nachfolgende Mörtelbeschichtung. In einer zweiten Projektphase wurden die Beschichtungsarbeiten trotz der oben beschriebenen widrigen Bedingungen bis Anfang August 2017 mit der MRT Spinning Unit des MRT Trucks umgesetzt. So erwies sich die mobile Einheit auch hier als perfekter Partner bei der Schachtsanierung.

Mehr als doppelt so schnell
Mit dem MRT-Truck der MC-Bauchemie werden Schachteinstiege minimiert, selbst technisch schwierige und gefährliche Arbeiten an vertikalen Schachtwänden können automatisiert durchgeführt werden. Dadurch erreicht man neben dem Zeitgewinn und der Kosteneinsparung eine hohe, vollständig reproduzierbare Qualität. Wenn auch eine Rekordleistung wie im Projekt in Rheinland-Pfalz nur unter perfekten Rahmenbedingungen erzielt werden kann, so lässt auch die „Normal-Leistung“ des MRT-Trucks aufhorchen. Denn selbst wenn die Untergrundvorbereitung mit dem Truck selbst durchgeführt wird, ist eine mittlere Tagesleistung von vier Schächten realistisch. Ein hervorragender Wert, erst recht, wenn man diese Leistung mit dem Ergebnis einer Handverarbeitung vergleicht, bei der durchschnittlich ein bis maximal zwei Schächte pro Tag saniert werden können.

Das macht den MRT-Truck zu einem wichtigen Werkzeug bei der Instandsetzung von Abwasserschächten. Diese Aufgabe wird sich in den kommenden Jahren zu einer weiter steigenden Herausforderung für die Betreiber von Abwasser- und Kanalisationsnetzen entwickeln. Das zunehmende Alter von Bestandsanlagen trägt dazu ebenso bei wie die Reduktion der Wassermenge in der Kanalisation bei gleichbleibendem Fest- und Schadstoff-Eintrag. Doch nicht nur im kommunalen Bereich mit rund 15 Millionen Schächten stehen große Aufgaben an. Schließlich gilt es auch, die geschätzt bis zu 30 Millionen weiteren Abwasserschächte auf Einfamiliengrundstücken, Wohnungsbau-Liegenschaften, Industrie-, Gewerbe- und Handelsflächen über kurz oder lang zu sanieren. Eine große Herausforderung, die in den kommenden Jahren bewältigt werden muss und die mit dem MRT-Truck besser und schneller bewerkstelligt werden kann.

Fotohinweis 

Der MRT-LKW im Einsatz in einer rheinland-pfälzischen Stadt im Frühjahr 2017 (Bilder oben): 40 Schächte eines Regenwasserkanals mit Schachttiefen zwischen einem und sechs Metern konnten wie am Fließband in vier Tagen neu beschichtet werden. Im Breisgau verrichtete der MRT-LKW seine Arbeit auch in zum Teil sehr schwer zugänglichem, ländlichem Gelände erfolgreich (Bilder unten).

Fotos: MC-Bauchemie, Bottrop 

Ihr Ansprechpartner

Saki M. Moysidis, PR-Manager