Die 2000er Jahre: Taiwan Highspeed Railway
12.09.2022
Der Bau der Taiwan High Speed Rail (kurz THSR) in der Republik China auf Taiwan, wird von 2004 bis 2006 zu einem wahren Mammutprojekt. Es ist das bis dato größte Projekt in der Historie der MC – und die erste Bewährungsprobe für die Anfang der 2000er Jahre neu entwickelten, auf Polycarboxylatether (PCE) basierenden Betonzusatzmittel der Serie Z4.
Die Taiwan High Speed Rail verbindet die beiden größten Städte der Inselrepublik: Die im Norden gelegene Hauptstadt Taipeh und die Hafenstadt Kaohsiung im Süden. Als die Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke, die immer noch als eines der anspruchsvollsten Infrastrukturprojekte weltweit gelten darf, Anfang 2007 ihren Betrieb aufnimmt, liegt eine Bauzeit von gerade einmal 27 Monaten hinter den Projektbeteiligten. Zu diesem Zeitpunkt sind auf der rund 350 Kilometer langen Strecke mehr als 13 Millionen m³ Beton verbaut worden. Eine schier unglaubliche Bauleistung, zu der MC auf zwei Bauabschnitten und bei über 3 Millionen m³ verbautem Beton einen maßgeblichen Beitrag geleistet hat.
Neue Anforderungen an Betone
Da die geplante neue Bahnlinie durch erdbebengefährdetes Gebiet geführt werden muss, sind zum Bau der Bohrpfähle, der Aufständerungen und Brücken, Fundamente, Säulen und weiteren Trassenelementen Hochleistungsbetone gefordert. Sie müssen nicht nur in puncto Festigkeit höchsten Ansprüchen genügen, sondern zudem bei Temperaturen von bis zu 40 °C eine Verarbeitungszeit von 8 Stunden haben. Schnell steht eine richtungsweisende Neuentwicklung der MC im Fokus: Die wenige Jahre zuvor entwickelte Polymerlösung Z4.
Die PCE-Forschung bei MC
Bereits seit den frühen 1990er Jahren unternimmt die Abteilung Forschung & Entwicklung der MC erste Schritte in der Synthetisierung von Polymeren. 1994 präsentiert Dr. Wolfgang Karl eine erste Produkt-Rezeptur, die zuerst bei einem Lohnfertiger in Auftrag gegeben und produziert wird. Die boomende Bauindustrie dieser Zeit hat einen unbändigen Hunger nach Beton – und die Geschäftsführung der MC glaubt an das Potenzial und an das Wachstum der neuen Produktschiene. So wird deren Ausbau weiter verfolgt. Das mündet in die patentierte Polymerlösung Z1, die schließlich zur Entwicklung von Centrament N 10, dem ersten PCE-basierten Betonzusatzmittel der MC, führt.
Das neue Produkt sorgt bei wirtschaftlicher Dosierung für eine bessere Dispergierung des Zementes, gewährleistet eine Verbesserung der Verarbeitbarkeit des Betons und hat eine leicht verzögernde Wirkung. Das Produkt kommt gut bei den Betonherstellern an, so dass die Forschung und die Entwicklung weiterer Produkte auf PCE-Basis intensiviert werden. Das führt im Jahre 2000 zur Entwicklung der patentierten Polymerlösung Z4.
Wegweisende PCE-Lösungen
Dieses Z4 erweist sich in langen Versuchsreihen als ideal für den Einsatz beim Bau des Taiwan High Speed Railway. So entwickelt MC, unter Berücksichtigung der vorgesehenen Zemente, speziell zugeschnittene Betonzusatzmittel – aus Z4 entsteht in der Folge ein ganzer Baukasten mit zehn verschiedenen Polymeren. Um die Versorgung der geplanten Großbaustelle mit den gewaltigen Mengen moderner PCE-Zusatzmittel sicherstellen zu können, wird am 25. Juli 2001 eine eigene Produktionsgesellschaft auf der Insel Taiwan gegründet, die MC-Bauchemie Taiwan, die seither dort tätig ist. So können die benötigten Zusatzmittel ab sofort im neuen Werk „vor Ort“ produziert werden.
In der Folge beliefert MC-Bauchemie Taiwan über zwei Jahre hinweg die Baustellen mit fast 10.000 Tonnen Betonzusatzmitteln. Der Taiwan High Speed Railway wird damit zum größten Einzelprojekt in der bisherigen MC-Geschichte. Die offizielle Eröffnung der Hochgeschwindigkeitstrasse am 5. Januar 2007 ist in diesem Sinne nicht nur wegweisend für die Infrastruktur der Insel Taiwan, sondern auch für die PCE-Lösungen der MC-Bauchemie.
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