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Bei der Bauwerksabdichtung stehen Planern und Verarbeitern verschiedene Abdichtungssysteme zur Verfügung. Die Wahl hängt von der Wassereinwirkung, dem Untergrund, den Detailanschlüssen sowie den Anforderungen an Verarbeitung, Bauzeit und Dauerhaftigkeit ab. Grundsätzlich wird zwischen bahnenförmigen Abdichtungen, flüssig aufzubringenden Abdichtungen und mineralischen Abdichtungssystemen unterschieden. Bahnenförmige Abdichtungen werden als vorgefertigte Bahnen verlegt und über Nähte oder Stöße miteinander verbunden. Flüssig aufzubringende Abdichtungen werden dagegen direkt auf den Untergrund appliziert und bilden nach der Aushärtung eine nahtlose Abdichtungsschicht. Dadurch lassen sich auch komplizierte Details, Anschlüsse und Durchdringungen einfach und sicher abdichten.
Flüssig aufzubringende Abdichtungen werden fugenlos direkt auf den Untergrund appliziert. Sie passen sich auch komplexen Geometrien, Anschlüssen, Durchdringungen und unregelmäßigen Untergründen an und ermöglichen eine nahtlose Abdichtung ohne Stöße oder Überlappungen. PMBC (Polymermodifizierte Bitumendickbeschichtungen) haben sich seit vielen Jahren für die Abdichtung erdberührter Bauteile bewährt. Sie sind wirtschaftlich, dauerhaft flexibel und eignen sich besonders für Kellerwände, Bodenplatten und Sockelbereiche. FPD (Flexible Polymermodifizierte Dickbeschichtungen beziehungsweise Reaktivabdichtungen) bieten zusätzliche Vorteile bei engen Bauzeiten. Sie sind bitumenfrei, trocknen deutlich schneller und können häufig bereits nach kurzer Zeit überarbeitet oder mechanisch belastet werden. Darüber hinaus überzeugen sie durch ihre hohe Rissüberbrückungsfähigkeit und UV-Beständigkeit.
Mineralische Dichtungsschlämmen (MDS) werden zur Abdichtung mineralischer Untergründe wie Beton, Putz und Mauerwerk eingesetzt. Sie eignen sich insbesondere für Sockelbereiche, erdberührte Bauteile, Übergänge sowie Detailanschlüsse und können sowohl im Neubau als auch in der Sanierung verwendet werden. Dank ihrer hohen Haftung auf mineralischen Untergründen bilden sie eine zuverlässige Abdichtung gegen Bodenfeuchte, nicht drückendes Wasser und Spritzwasser. Gleichzeitig sind mineralische Dichtungsschlämmen wasserdampfdiffusionsoffen, sodass Feuchtigkeit aus dem Bauteil entweichen kann. Dadurch eignen sie sich besonders für Anwendungen, bei denen eine mineralische, bitumenfreie Abdichtungslösung gefordert ist. Je nach Produkt können mineralische Dichtungsschlämmen zudem rissüberbrückende Eigenschaften aufweisen und zur Abdichtung von Wand- und Bodenflächen sowie zur Ausbildung von Anschlüssen und Durchdringungen eingesetzt werden. In der Praxis werden sie häufig mit anderen Abdichtungssystemen kombiniert, beispielsweise zur Sockelabdichtung oder als Ergänzung zu PMBC- und FPD-Systemen.
Welche Abdichtung die richtige ist, hängt von den individuellen Anforderungen des Bauwerks ab. Maßgeblich sind insbesondere die Wassereinwirkungsklasse nach DIN 18533, die Bodenverhältnisse sowie die Nutzung des Gebäudes. Die Norm definiert die Anforderungen an die Abdichtung erdberührter Bauteile und bildet damit die Grundlage für die Auswahl einer dauerhaft sicheren und normgerechten Abdichtungslösung.
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