Damit Hydrophobierungen ihre volle Wirkung entfalten, müssen sowohl die Eignung des Betons als auch die richtige Verarbeitung und Ausrüstung berücksichtigt werden. Fachgerecht appliziert, reduziert sich die Wasseraufnahme des Betons deutlich, während seine Optik und mechanische Struktur weitgehend unverändert bleiben.
Hydrophobierungen können sowohl auf älteren als auch auf jüngeren Betonoberflächen appliziert werden. In beiden Fällen muss die Eignung des Untergrundes für eine Hydrophobierung zuvor geprüft werden. Grundsätzlich gilt: Je älter und trockener der Beton, desto höher seine Aufnahmekapazität. Eine hohe Hydrophobierungswirkung wird auf trockenen, gut saugenden Oberflächen erzielt. Hierfür sollte das Betonalter – abhängig von den Umgebungsbedingungen – mindestens vier Wochen betragen.
Bei jungem Beton ist besonders darauf zu achten, dass der Auftrag bei einer Restfeuchte von maximal 4 % erfolgen darf. Die Kapillarporen sind bei zu jungen Betonen noch mit Wasser gefüllt, sodass feuchte Betonuntergründe eine eingeschränkte Aufnahmekapazität haben und eine ausreichende Wirkung der Hydrophobierung nicht sichergestellt werden kann.
Hydrophobierungen werden durch Streichen, Rollen oder im Spritzverfahren, in einem oder in mehreren Arbeitsgängen (nass in nass) aufgetragen. Das in der Praxis am weitesten verbreitete Verfahren ist das Rollen im Kreuzgang (vertikal von unten nach oben und horizontal von links nach rechts) mit einer Kurzflorrolle. Auch kombinierte Verfahren sind möglich, beispielsweise das Spritzen mit anschließender Nachbearbeitung durch Rollen. Zum Spritzen eignen sich handelsübliche Drucksprühgeräte mit einer feinen Flachstrahldüse oder auch die MC-Spezialspritze mit Flachstrahldüse 8001. Hilfreich sind zudem Verlängerungsstangen und leere Behälter zum Umtopfen. Die sicherheitsrelevanten Handschuhe und Schutzbrille sowie die Angaben im Sicherheitsdatenblatt sind zu beachten und im Vorfeld zu organisieren.
Eine hydrophobierte Betonoberfläche weist eine deutlich reduzierte Wasseraufnahme auf, da die Poren und Kapillaren durch das Hydrophobierungsmittel wasserabweisend eingestellt wurden. Dabei bleibt die Wasserdampfdiffusionsfähigkeit des Betons weitgehend erhalten, sodass keine dichtende Wirkung im klassischen Sinne entsteht. Die Oberfläche zeigt in der Regel einen charakteristischen Abperleffekt, bei dem Wasser in Tropfenform abläuft und kaum in das Porengefüge eindringt. Dies führt zu einer verringerten Verschmutzungsneigung sowie zu einem verbesserten Schutz gegenüber Frost-Tau-Wechseln und chloridhaltigen Medien. Die mechanische Struktur und das Erscheinungsbild des Betons bleiben im Wesentlichen unverändert, da die Hydrophobierung nicht filmbildend wirkt. Je nach eingesetztem Produkt kann ein leichter Glanz oder eine dunklere Tönung sichtbar sein – dies ist jedoch nicht zwingend der Fall. Insgesamt trägt die Hydrophobierung zu einer deutlich erhöhten Dauerhaftigkeit der Betonoberfläche bei, insbesondere in exponierten Lagen oder bei hoher Feuchtebeanspruchung.
Die richtige Applikationstechnik ist entscheidend für die Wirksamkeit von Hydrophobierungen. Nur auf geeigneten, ausreichend trockenen Betonuntergründen können diese Mittel ihre wasserabweisenden Eigenschaften voll entfalten. Praxisgerechtes Arbeiten – ob Rollen, Spritzen oder kombiniert – stellt sicher, dass der Beton langfristig geschützt bleibt, ohne seine Optik oder Struktur zu verändern.
Lesen Sie die ersten beiden Teile unserer MC-Pedia Reihe über Hydrophobierungen, um mehr über die Grundlagen, Wirkung und den normativen Rahmen oder über die Wirkstoffbasis, Eigenschaften und Lebensdauer zu erfahren.
Unsere Webseite wird von uns fortlaufend verbessert und wir verwenden zu diesem Zweck Cookies. Für eine optimale Nutzererfahrung empfehlen wir, diese zu akzeptieren. Andernfalls werden Teile der Seite in der Darstellung datenschutzkonform deaktiviert.